Parodontologie

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Die Parodontologie ist ein Teilgebiet der Zahnmedizin und befasst sich mit Erkrankungen des Zahnbetts (Parodontium). Sie umfasst die Prävention, Diagnose und Therapie dieser Erkrankungen. Parodontitis, die umgangssprachlich auch Parodontose genannt wird, zählt aufgrund ihrer weiten Verbreitung zu den sogenannten „Volkskrankheiten“. Sie wird durch pathogene Keime der Mundhöhle verursacht.

Die menschliche Mundhöhle ist über unsere gesamte Lebensdauer in unterschiedlichen Maßen Bakterien ausgesetzt. Die ersten Bakterienkolonien greifen bereits im Geburtskanal von Mutter auf das noch „sterile“ Baby über. Babies in der Gebärmutter befinden sich in steriler Umgebung, allerdings kommen lediglich 6% der Neugeborenen steril zur Welt.

Pathogene Keime im Mund befinden sich unter anderem im Speichel und in Zahnplaque, welche in den Zahnfleischtaschen und Zahnoberflächen festsitzen. Diese Bakterien produzieren Toxine, die wiederrum eine Immunabwehrreaktion zur Bekämpfung der Infektion hervorrufen. Die Vermehrung der pathogenen Keime führen langfristig zum Verlust des umgebenden Zahnfleisches und des Knochens. Die vom Knochen nicht mehr stabilisierten Zähne werden locker und müssen extrahiert werden.

Nach den Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört Parodontose zu den häufigsten und besonders unterschätzten Volkskrankheiten weltweit. Die Erkrankung und deren Folgen, worauf fast jeder zweite Zahnverlust zurückzuführen ist, bleiben immer noch allzu oft unbehandelt. In der Altersgruppe von 18 bis 34 Jahren haben 37%, in der Gruppe von 35 bis 45 Jahren schon 58%, in der Gruppe zwischen 45 und 64 Jahren 78% und bei über 64-jährigen 79%, signifikante Zahnfleischprobleme. Diese Werte decken sich insbesondere bei Älteren nicht mit der Wahrnehmung, nur 24% der Älteren sehen sich betroffen. Die anfänglichen, merkbaren Symptome wie etwa Zahnfleischrückgang, Schwellung, Wanderung der Zähne oder Blutung beim Zähneputzen werden oftmals nicht ernst genug genommen. Unter der jahrelangen chronischen Entzündung leidet auch der gesundheitliche Allgemeinzustand der Betroffenen spürbar.

Behandlung der Parodontose

Eine rechtzeitige und richtige Behandlung der Parodontitis ist überaus wichtig. Falls die Parodontitis nicht richtig und zeitgerecht behandelt wird, kann Zahnverlust mit all seinen Konsequenzen die Folge sein. Funktionelle und ästhetische Beeinträchtigungen sind hier an erster Stelle zu nennen. Daneben erhöht das Vorhandensein einer unbehandelten Parodontitis das Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes. Untersuchungen sprechen dafür, dass sogar Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht des Babies ihre Ursache in der Parodontitis der Mutter haben. Der Zahnverlust sowie die allgemeinmedizinischen Folgen von Parodontitis verursachen auch wegen ihrer Häufigkeit immense volkswirtschaftliche Kosten.

Kann ich einer Parodontitis vorbeugen?

Auch wenn Parodontalerkrankungen in jedem Stadium behandelbar sind, ersetzt sie nicht eine sinnvolle Vorbeugung. Eine gründliche tägliche Mundhygiene mit Zahnbürste und Zahnzwischenraumbürste oder Zahnseide sind besonders gut geeignet. Ebenso hilfreich ist die Reduktion von Risikofaktoren wie Rauchen. Auch regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt in Verbindung mit professioneller Zahnreinigung reduzieren das Risiko parodontaler Erkrankungen. Daher gehören in unserer Praxis Maßnahmen zur Früherkennung von Parodontitis zum Pflichtprogramm der Vorsorgeuntersuchung. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes und Transplantationen gelegt.

Wie wird die Parodontitis behandelt?

Die Behandlung der Parodontitis richtet sich vor allem nach Art und Schwere der Erkrankung. Am Anfang der Behandlung steht eine präzise Diagnostik durch das behandelnde Zahnärzteteam. Hierbei werden klinische und röntgenologische Untersuchungen bei Bedarf auch durch mikrobiologische Untersuchungen ergänzt. Abhängig von der Diagnose reicht die Bandbreite der Behandlungsmethoden von professioneller Zahnreinigung bis hin zu chirurgischen Eingriffen. Hauptziel jeder Behandlung ist es, die Bakterienmenge zu reduzieren und so den Entzündungsreiz zu beseitigen. Ausschlaggebend für den Erfolg der Behandlung ist die Motivation des Patienten, die Empfehlungen auch für eine optimale häusliche Pflege einzuhalten.

In der Regel werden zunächst Plaque, Zahnstein und harte Ablagerungen (Konkremente) unterhalb der Zahnfleischgrenze entfernt. Dabei werden die Wurzeloberflächen gereinigt und geglättet. Dies geschieht mit speziell geformten Handinstrumenten (Scalern und Küretten), sowie mit ultraschallbetriebenen Geräten. Weiterhin helfen Spülungen mit antibakteriellen Mitteln das Bakterienwachstum zu kontrollieren. Einzelfallbezogen werden ergänzend weitere Verfahren – wie abrasionsarme Pulverstrahlverfahren und photoaktivierte antimikrobielle Methoden –  eingesetzt.

Nach der ersten Behandlungsphase wird das Ergebnis überprüft und gegebenenfalls korrigiert. Besonderes Augenmerk wir dabei auf die Zahnfleischtaschen gelegt, die sich zwischen Zahn und Zahnfleisch befinden. Gesunde Zahnfleischtaschen sind nicht tiefer als 3mm. Sind die Zahnfleischtaschen sehr tief (> 6mm), ist auf der Grundlage einer individuellen Diagnostik ein chirurgischer Eingriff erforderlich.

Unter bestimmten individuellen Voraussetzungen erfolgt eine flankierende Behandlung unter Verabreichung von Antibiotika. Diese werden entweder mittelbar als Tabletten verabreicht oder unmittelbar in die Zahnfleischtaschen eingebracht. Die unmittelbare Therapie einer Infektion mit Antibiotika ist insbesondere in Kombination mit einer professionellen Zahnreinigung zielführend. Denn Antibiotika können die Konkremente und den Biofilm nicht durchdringen. Daher sollte idealerweise im Vorfeld eine mechanische Säuberung erfolgen.

Kann verlorengegangenes Gewebe wieder ersetzt werden?

Das Therapieziel ist die Entfernung von parodontalem Gewebe wie beispielweise supra- und subgingivale Konkremente, infiziertes Gewebe und Biofilm. Darüber hinaus wird der Gewebeentzündung bzw. dem Gewebeverlustverlust entgegengewirkt.

Welche Rolle spielt die Nachsorge?

Die Art der Nachsorge ist für den langfristigen Behandlungserfolg von entscheidender Bedeutung. Dazu muss das Behandlungsergebnis und der momentane Zustand des Zahnfleischs regelmäßig vom behandelnde/n Zahnarzt/-ärztin evaluiert werden. Dabei werden auch Defizite in der Mundhygiene und neuauftretende Parodontitis frühzeitig entdeckt und behoben. Die umfassende Nachsorge konserviert den Behandlungserfolg.

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Seit etlichen Monaten sind die SARS-CoV-2-Infektionszahlen wieder stark angestiegen. Zahnärztinnen und Zahnärzte und ihre Praxisteams stehen nach wie vor in der Krisensituation vor enormen Herausforderungen. Wie von Beginn der Krise an ist es das primäre Ziel der Vertragszahnärzteschaft, die zahnärztliche Versorgung aller Patientinnen und Patienten bei maximalem Infektionsschutz aufrechtzuerhalten und das Infektionsrisiko in den Praxen zu minimieren. Das zahnärztliche Versorgungssystem hat dabei seine Verlässlichkeit und Belastbarkeit bereits unter Beweis gestellt. Die WHO und alle Dachorganisationen in der Zahnmedizin haben empfohlen, die zahnmedizinische Grundversorgung weiterhin aufrecht zu erhalten. Das Infektionsriskio in unserer Praxis wird durch den Aufwand in der Hygiene und Desinfektion weiter minimiert. Wir werden weiterhin keine Mühe scheuen, um unseren Betrieb weiterhin aufrecht zu erhalten. Ihr Praxisteam, Zahnarzt Offenbach
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